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Stöver: Kleiner Piks, großes Thema – Masern effektiv bekämpfen

06.06.2019

Die aktuellen Zahlen an Masernerkrankungen sind alarmierend und es wird immer deutlicher, dass zum Schutz aller etwas getan werden muss. Das Ziel ist klar und von der WHO längst ausgegeben: Die Masern sollen ausgerottet werden. Ähnlich, wie es schon erfolgreich in den 60er Jahren bei der Kinderlähmung und in den 70er Jahren bei den Pocken geschehen ist. Um das zu erreichen, müssten 95% der Menschen einen wirksamen Impfschutz haben. Bei Schulanfängern liegt die Impfquote seit Jahren stagnierend bei 93%. Bei Beschäftigten im Gesundheitswesen und Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden, sieht das Robert Koch-Institut besonderen Handlungsbedarf. Aber wie kann die Situation effektiv verbessert werden? Durch eine allgemeine Impfpflicht und hohe Geldstrafen für Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen? Sollen nicht geimpfte Kinder vom Kita- oder Schulbesuch ausgeschlossen werden? Und was ist mit Erziehern, Lehrern und Mitarbeitern in Gemeinschaftseinrichtungen oder im Gesundheitswesen? Können Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen & Co. nur auf die Vernunft ihrer Angestellten hoffen, dass sie sich impfen lassen? Oder muss der Patientenschutz im Vordergrund stehen? Drüber wird die CDU-Fraktion heute Abend mit Experten und Bürgern diskutieren.

Dazu erklärt Birgit Stöver, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Zwang sollte in der Politik immer nur das letzte Mittel sein. Trotzdem ist eine Impfpflicht für alle städtischen Mitarbeiter, die mit Kranken, Kindern und Senioren in Kontakt kommen, in Hamburg dann angesagt, wenn davon die Gesundheit und die Sicherheit der Gemeinschaft profitiert. Zudem kann man mit einer Informations- und Motivationskampagne dem Zwang vorbeugen, bei der Kinderlähmung und den Pocken hat das hervorragend funktioniert. Die Angebote müssen vor allem niedrigschwellig gehalten werden, damit Familien in ihrem Alltag nicht noch einen zusätzlichen Arzttermin brauchen. Wichtig ist es auch, sofort und konsequent zu handeln, wenn Masern auftreten. Kinder, die nicht geimpft sind, müssen dann zu ihrem eigenen Schutz umgehend aus Schule oder Kita ausgeschlossen werden, damit sie sich nicht anstecken und die Masern weiterverbreiten. Mit gut austarierten Maßnahmen und Information sollte es auch in Hamburg gelingen, die Impfquote über die notwendigen 95% zubekommen, die Schwelle, bei der die Masern dann als ausgerottet gelten“ 

Birgit Stöver

Birgit Stöver
Stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Fachsprecherin für Schule
Fachsprecherin für Gesundheit

Lämmertwiete 12
21073 Hamburg
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