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Hamann: Vorgestellte Ergebnisse zum Mietenspiegel in Hamburg sind nicht realistisch!

26.11.2019

Der heute vorgestellte Mietenspiegel 2019 belegt eine erneute Steigerung der Wohnungsmieten in Hamburg. Während die durchschnittliche Nettokaltmiete im Jahr 2017 noch bei 8,44 Euro pro Quadratmeter lag, müssen Mieter nun durchschnittlich 8,66 Euro pro Quadratmeter aufbringen, was einer Steigerung um 2,6 Prozent entspricht. Die Durchschnittsmieten in Hamburg haben sich somit in der rot-grünen Regierungszeit von 2011 bis 2019 von 7,15 Euro pro Quadratmeter auf 8,66 Euro pro Quadratmeter und damit um insgesamt 21,1 Prozent erhöht.

Dazu erklärt Jörg Hamann, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: "Der vermeintlich moderatere Anstieg der Hamburger Mieten täuscht erheblich! Der vorgestellte Mietenspiegel 2019 fällt als Fortschreibung immer positiver aus als eine Vollerhebung – vor allem wenn, wie vorliegend, Neuverträge zu einem deutlich geringeren Anteil eingerechnet werden, als zuvor. Während die Effekte des Wohnungsneubaus grundsätzlich begrüßenswert sind, sind die seitens des Senats ausgemachten Mietpreisrückgänge im Wesentlichen auf das Auslaufen von Bindungen und Förderungen bei ehemaligen Sozialwohnungen zurückzuführen. Die Mietentwicklung der Altbaubestände der Baualtersklassen bis 1918 beziehungsweise bis 1948 sowie die Entwicklung in guten Wohnlagen zeigt hingegen unverfälscht die drastische Wirklichkeit: Wohnungen werden in Hamburg immer teurer und unbezahlbarer. Das ist das Ergebnis der rot-grünen Senatspolitik. Leidtragende sind insbesondere Normalverdiener, die keinen Anspruch auf Sozialwohnungen haben. Dafür findet der Senat noch immer keine Lösungen. Der aktuelle Mietenspiegel zeigt wieder einmal schwarz auf weiß, dass der Senat seine eigenen Versprechen meilenweit verfehlt. Durchschnittliche Nettokaltmieten von nunmehr 8,66 Euro pro Quadratmeter und ein Mietpreisanstieg im Vergleich zu 2011 um mehr als 21 Prozent sind das Ergebnis des vorwiegenden Fokus rot-grüner Stadtentwicklungsprojekte auf begehrte Lagen im innerstädtischen Bereich und des stetigen Rückgangs geförderten Wohnraums in Hamburg. Hamburgs Randgebiete und die Metropolregion müssen daher - wie von uns bereits mehrfach gefordert - endlich mit einbezogen, der Wohnungsbau weiter intensiviert und die diesbezüglichen Baukosten gesenkt werden! Dafür muss der Senat künftig sorgen! Nur so kann der Flächenfraß in der Stadt eingedämmt, für mehr bezahlbaren Wohnraum gesorgt und die Mieten erschwinglich gehalten werden."

 

Hintergrund: 

Entwicklung Mietenspiegel:

Mietenspiegel 2019:    Anstieg gegenüber 2017: 2,6 %. Durchschnittsmiete nettokalt: 8,66 €/m².

Mietenspiegel 2017:    Anstieg gegenüber 2015: 5,2 %. Durchschnittsmiete nettokalt: 8,44 €/m².

Mietenspiegel 2015:    Anstieg gegenüber 2013: 6,1 %. Durchschnittsmiete nettokalt: 8,02 €/m².

Mietenspiegel 2013:    Anstieg gegenüber 2011: 5,7 %. Durchschnittsmiete nettokalt: 7,56 €/m².

Mietenspiegel 2011:    Anstieg gegenüber 2009: 5,8 %. Durchschnittsmiete nettokalt: 7,15 €/m².

Mietenspiegel 2009:    Anstieg gegenüber 2007: 3,6 %. Durchschnittsmiete nettokalt: 6,76 €/m².

Mietenspiegel 2007:    Anstieg gegenüber 2005: 4,3 %. Durchschnittsmiete nettokalt: 6,53 €/m².

Mietenspiegel 2005:    Anstieg gegenüber 2003: 2,1 %. Durchschnittsmiete nettokalt: 6,26 €/m².

Mietenspiegel 2003:    Anstieg gegenüber 2001: 5,1 %. Durchschnittsmiete nettokalt: 6,13 €/m².

Mietenspiegel 2001:    Anstieg gegenüber 1999: 2,3 %. Durchschnittsmiete nettokalt: 5,83 €/m².

Mietenspiegel 1999:    Rückgang gegenüber 1997 (gewichtet): 1 %. Durchschnittsmiete nettokalt: 5,70 €/m².

Mietenspiegel 1997:      Anstieg gegenüber 1995: 3,2 %. Durchschnittsmiete nettokalt: 5,77 €/m².

Mietenspiegel 1995:      Durchschnittsmiete nettokalt: 5,59 €/m².

Jörg Hamann

Jörg Hamann
Fachsprecher für Stadtentwicklung
Fachsprecher für Bau
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