Das syrisch-orthodoxe Kloster Mor Gabriel soll einem Urteil des türkischen Gerichtshofes zur Folge enteignet werden und einen Großteil seines Besitzes abgeben, obwohl dieser Grundbesitz dem Kloster bereits seit vielen Jahrhunderten gehört. Aufgrund von bürokratischen Hürden war eine Registrierung dieses Besitzes bislang jedoch nicht möglich, trotz einer Zusage, die der frühere Ministerpräsident Ecevit als Reaktion auf eine Initiative des deutschen Bundestages gegeben hatte. Es ist jedoch unstreitbar, dass das 1600 alte Kloster Eigentümer der Ländereien ist, zudem das Kloster seit 1937 regelmäßig Steuern für diesen Grundbesitz zahlt. Zudem häufen sich Übergriffe auf Mitglieder dieser Gemeinde. Das Europäische Parlament hat unter der Schirmherrschaft von Elmar Brok, MdEP, eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen, um der syrisch-orthodoxen Gemeinde Solidarität zu bekunden.
In diesem Zusammenhang ruft die CDU-Bürgerschaftsraktion im Namen des Abgeordneten Christoph de Vries gemeinsam mit Abut Can, Vertreter der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde in Hamburg-Neugraben, alle Hamburgerinnen und Hamburger zur Unterstützung der Unterschriftenaktion auf:
„Die Enteignung des Klosters ist nicht akzeptabel und weiterer Beleg dafür, dass europäische Standards zur Wahrung der Religionsfreiheit und zum Schutz religiöser Minderheiten in der Türkei des 21. Jahrhunderts leider nicht gelten. Das Urteil des türkischen Gerichtshofs ist ein weiteres Glied in der historischen Kette der Verfolgung und Vertreibung von Christen in der Türkei. Nicht ohne Grund leben von ehemals mehr als zwei Millionen Christen Anfang des 20. Jahrhunderts heute noch gerade einmal ca. 100.000 in der Türkei. Der aktuelle Fall zeigt auch, dass selbst vor Angriffen auf Menschen nicht zurückgeschreckt wird. Die Schikanen gegen die Mitglieder der Gemeinde und das Kloster sind ein klares Indiz dafür, dass die Türkei von einer Gleichberechtigung der verschiedenen Religionen weit entfernt ist. Wir verlangen Toleranz und staatlichen Schutz der syrisch-orthodoxen Christen in der Türkei.
Konkret erwarten wir, dass die Entscheidung des türkischen Gerichts auf den Prüfstand kommt. Die syrisch-orthodxen Christen in der Türkei sehen sich ständigen Drohungen und Angriffen ausgesetzt. Die türkische Regierung muss sich diesem Problem annehmen und darf nicht weiter tatenlos zusehen, wie Menschen verletzt werden und Eigentum zerstört wird. Wir zeigen uns solidarisch mit den Vertretern der syrisch-orthodoxen Gemeinde in der Türkei und unterstützen die Aktion des Europäischen Parlamentes ausdrücklich."
Den Unterschriftenbogen erhalten Sie in der Geschäftsstelle der CDU-Fraktion. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Julia.Wagner@cdu-hamburg.de